think 2011 mit Philipp Schindler – ein Abend in Wien

Was hat ein zartes Kalbsrückensteak mit dem Google-Algorythmus zu tun? Und verbessert sich das Ranking eines Topfen-Nougatknödels nur weil es bei Google zum Dessert serviert wird? Diese und manch zukunftsweisendere Antworten wurden am vergangenen Donnerstag beim Google-Executive-Dinner in Wien beantwortet. Philipp Schindler, Googles Vize-Chef für Nord- und Zentraleuropa hatte zur “think2011″ geladen. Zusammen mit Karl Pall, dem Google-Chef Österreich stand der Abend ganz im Stil der klassisch amerikanischen Business Dinner. Im angenehmen Ambiente, bei exzellentem Essen wird im informellen Charakter Wissen getauscht und Trends besprochen.

Google Executive Dinner "think 2011" in Wien

Google Executive Dinner "think 2011" in Wien

So war es dann auch kein Wunder, dass drei Trendthemen ganz oben auf der gesprächsintensiven Agenda standen. Die soziale Suche, Mobile und Video.
Der unaufhaltsame Erfolg von Facebook führt dazu, dass sich schleichend, aber bestimmend unser Suchverhalten im Internet ändert. Die Berücksichtigung der Surftipps unserer Freunde und Kontakte im Netz beeinflusst unsere Auswahl von Webseiten. Hinzu kommt die stetige Bildung eines eigenen Netzprofils durch die Verknüpfung von persönlichen Daten mit unserem alltäglichen Surfverhalten. Ziel von Google ist es, den “6. Sinn” bei der Google-Suche weiter auszubauen: Die Veränderung des Suchergebnisses von der klassisch-organischen Suche zur persönlichen Suche, die auf Interesse, Verhalten, Wünschen und Empfehlungen von Freunden basiert. Ein Mix aus Ergebnissen, die der bestehende Suchalgorithmus auswirft, kombiniert mit der immer größer werdenden Datenflut aus sozialen Netzwerken uns Social-Media-Kanälen.  Dies beeinflusst entsprechend die Investitionen von Unternehmen im Internet. “Die Zeiten der traditionellen Werbung im Internet sind vorbei”, so Phillipp Schindler. Es ist sinnlos in einem dynamischen und interaktiven Medium, den Nutzer wahllos mit Werbung zu bombardieren. Es zählt einzig die Relevanz und Resonanz im Netz. Werbende Unternehmen müssen soziale Signale ins Web senden und ihre Produkte im Dialog sprechen lassen, um erfolgreich zu sein.

Wie schon im Nachgang der ITB in Berlin besprochen, wird das Internet immer stärker durch Videos geprägt. Mit über 2 Milliarden gestreamten Videos am Tag und Youtube als zweitgrößte Suchmaschine der Welt, verschieben sich auch hier die Werbebudgets in diese Richtung. Die Zeiten als youtube als “Milliarden-Grab” und massive Fehlinvestition für Google galt, sind längst Vergangenheit. Auch hier gilt es, die sozialen Trends zu erkennen und nicht unreflektiert Werbevideos in die Kanäle zu drücken.

Phillip Schindler, Google

Phillip Schindler, Google

Parallel zum Boom der bewegten Bilder steht die mobile Nutzung des Web. Die Berücksichtigung mobiler Endgeräte und der neuen Art der Internetnutzung stehen als größte Herausforderung für die Entwicklung der Suchmaschine. Die Nutzung des Internet am Smartphone ist grundverschieden zur Nutzung eines Tablet-PC und eines Desktop-PCs. Steht bei der mobilen Nutzung via Handy das lokale Entdecken und der schnelle Informationsfluß im Vordergrund, so bewegen wir uns bei Tablet-PCs wie dem Ipad wesentlich konsumorientierter und wandeln uns zu “Genießern”.

Was bleibt am Ende? Wenn ein Unternehmen heute noch nicht erkannt hat, dass seine Präsenz im Web der “dialog flagship store” für die Nutzer ist, dann hat es in den vergangenen Jahren wohl versäumt, den Power Button zu drücken. Die Differenzierung des Online-Marketings nach Dialog-Arten und Endgeräten wird eine der größten Herausforderungen der kommende Jahre sein- nicht nur für Google.

Bis zur think2012 …

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