Warum es nichts bringt sich selbst zu googlen!

„Ich hab bei Google meinen Namen als Suchbegriff eingegeben und stehe nicht auf dem ersten Platz“! Eine Aussage, die man gerade als Internetagentur sehr häufig zu hören bekommt. Eine passende Antwort darauf ist zwar schnell gefunden nur nicht immer so leicht erklärt, wie man das gerne möchte.

Zuerst muss man einmal verstehen, aus welchen Bereichen sich das Suchergebnis zusammensetzt.

Google Suche inkl. Adwords

Im oberen Bereich (Gelb hinterlegt) befinden sich drei Anzeigen. Diese werden durch Unternehmen via Google Adwords – eine bezahlte Werbung – zu einem bestimmten Suchbegriff geschaltet und gehören nicht zum „organischen Suchergebnis“.

Das „organische Suchergebnis“ ist die eigentliche Ergebnisliste, wenn man nach einer bestimmten Phrase bei Google sucht. Die Reihung der einzelnen Ergebnisse hängt von vielen verschiedenen (man spricht von über 200) Kriterien ab. Ein Platz in dieser Auflistung ist nicht käuflich, sondern immer durch das System Google erzeugt.

Wie setzten sich nun die Ergebnisse zusammen?

Die Suchmaschine scannt täglich Webseiten und stuft diese nach verschiedenen Kriterien ein – jede Seite bekommt einen eigenen Wert zugewiesen. Dadurch legt Google die Relevanz einer Seite zu einem bestimmten Thema fest. Sucht man nun nach diesem Thema wird einem die relevanteste Seite angezeigt – Als Unternehmer muss man also schauen, dass die eigene Seite die relevanteste ist.

Dies passiert wiederum durch viele verschiedene Maßnahmen. Anbei nur ein paar Beispiele:

  •  Der Inhalt (Text, Bild, etc.) auf der Seite passt zu einem Thema
  • Die Seite bekommt von anderen, thematisch passenden Seiten Verweise (Links). Dies kann z.B. durch Erwähnungen in anderen Fachartikeln geschehen.
  • Die Seite wird ebenfalls in den sozialen Medien (Google+, etc.) besprochen und bekommt darüber Verweise
  • Die Seite und vor allem Ihre Informationen sind aktuell und nicht aus dem vorherigen Jahrhundert

Dies sind aber noch lange nicht die einzigen wichtigen Punkte, warum eine Webseite an der ersten Position in den Suchmaschinen steht. Google legt damit „nur“ die thematische Relevanz der Seite fest. Ein viel größeres Kriterium ist der Suchende selbst.

Welchen Einfluss hat der Suchende auf die Ergebnisliste?

Jeder Nutzer der Google nutzt und etwas sucht, hinterlässt Spuren im Netz. Diese werden von der Suchmaschine verwendet, um ein Profil zu erstellen und die eigenen Interessen der jeweiligen Person festzustellen.

Sucht man z.B. nach „Jaguar“ bekommt Nutzer A ein Tier angezeigt, weil er gerne und viel nach anderen Tieren sucht oder sich Safari-Seiten ansieht. Nutzer B wiederum bekommt das gleichnamige Auto zu sehen, da er sich nur mit den Fahrzeugen beschäftigt.

Anhand dieses einfachen Beispiels sieht man sehr deutlich, wie das sogenannte „Nutzerprofil“ in das Suchergebnis mit einspielt.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Standort des Nutzers. Befindet er sich beispielsweise in Salzburg und sucht nach „Pizzeria“, wird er nur Pizzerien in und um Salzburg angezeigt bekommen. Ein Italiener in Hamburg interessiert ihn dann reichlich wenig – so zumindest die Annahme der Suchmaschine.

Der Nutzer hat also unbewusst einen sehr großen Einfluss auf die Ergebnisse in den Suchmaschinen. Jeder Mensch ist anders und sucht daher auch nach anderen Worten, Themen und auf eine andere Art und Weise. All diese Informationen sind aber für Suchmaschinen so wichtig, dass sie diese zu einem Großteil in das Suchergebnis einfließen lassen.

Versuchen Sie einmal mit einem Kollegen im Büro nach dem gleichen Wort zu suchen – jeder an seinem Rechner. Sie werden sehen, die Suchergebnisse sind nicht dieselben.

Aus diesem Grund ist es nicht immer so, dass man, wenn man nach sich selbst sucht, auch auf Platz 1 in den Suchergebnissen steht, den jedes Ergebnis sieht anders aus.

Wohin geht die Reise?

Google selbst hat es sich zum Ziel gemacht, das möglichst relevanteste Ergebnis für jeden Nutzer anzuzeigen. Aus diesem Grund sind sie dazu übergegangen, auch die sozialen Kontakte und Beziehungen eines Nutzers in die Zusammenstellung der Suchergebnisse mit einfließen zu lassen. Grundlage hierfür ist ihr eigenes Netzwerk Google+.

In den USA ist die Suchmaschine inzwischen soweit, dass sie mit der Suchoption „Search, plus your world“ komplett personalisierte Suchergebnisse anzeigen können. So werden in erste Linie Fotos von Freunden und die Seiten, die einem Bekannte empfohlen haben angezeigt. Wohin es in Zukunft gehen wird, kann man nur spekulieren.

Eins ist aber sicher, die Suchergebnisse werden immer individueller und die Aussage „Ich steh bei meinem Suchbegriff nicht an erster Stelle“ tritt immer weiter in den Hintergrund, den jedes Ergebnis ist anders.

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