The Pirates of Social Media – oder die wahre Geschichte von Googles Plusone-Button

The Pirates of Social Media - die wahre Geschichte

Es begab sich zu der Zeit als die fernen Meere der Welt ihre Freiheit verloren hatten. Die Handelswege und Ozeane wurden kontrolliert von großen Konquistadoren wie „The Alta Vista“ und „The fabolous Yahoo“. Sie ordneten den Schiffsverkehr und wurden vom mächtigen Königshaus  Gatos „the micros and the softs“ geduldet. Der allumfassenden Herrscher Bill Gatos regulierte die Häfen und Zugänge zu den Schiffen. Mit den Jahren war er müde und träge geworden. Er fühlte sich sicher auf trockenem Boden und konnte den Reizen des Wassers nichts abgewinnen.

Währenddessen drängten immer mehr Mägde und Knechte aus den Ländereien Gatos hinaus aufs Meer. Sie wollten ferne Länder entdecken und unbekannte Orte erleben. Die Konquistadores  „Alta Vista“ und „Yahoo“ gewährten ihnen nur sehr beschränkte Einblicke in die neue Welt. Es war verboten zu kommunizieren und nur anhand langer Bordlisten konnten neue Länder befahren werden.

Die Veränderung nimmt seinen Lauf

Zu dieser Zeit kam ein junger Schiffsmaat namens „Jack Googlow“ auf die Idee ein eigenes Schiff zu bauen. Zu erst eine kleine Schaluppe mit Namen „The Internet“, die nur wenig Platz bot. Jack Googlow sah sich nicht in der Rolle des Konquistadores, sondern nur als Steuermann. Er ließ die Reisenden entscheiden, in welche Richtung sie fahren konnten. Die Passagiere wurden selbst zu Matrosen und Steuermännern. Sie berichteten „Jack Googlow“ von ihrem  Wissen über die neuen fernen Orte, die sie entdeckten. Je mehr sie erforschten, um so schlauer wurde „Jack Googlow“. Schnell stieg er zum Captain auf und konnte immer größere Schiffe bauen, um mehr Menschen die ferne Welt zu zeigen.

The Pirates of Social Media - die wahre Geschichte

The Pirates of Social Media - die wahre Geschichte

Nun hatte er „Yahoo“ und „Alta Vista“ bereits verdrängt und die ehemaligen Herrscher der Meere organisierten nur noch kleine Flusskreuzfahrten für seekranke Bauern.

Den Höhepunkt seine Erfolges erlebte Jack Googlow als die dunkelhaarige Schönheit Elizabeth „User“ Swan sein Boot bestieg. Sie war die Muse aller Reisenden und verwaltete den sagenumwobenen Schatz „the user generated content“. Elizabeth bezirzte Jack Googlow nach allen Regeln der Liebeskunst und es dauerte nicht lange, bis die beiden zum Traumpaar des Ozeans avancierten. Nichts konnte sie trennen. Mit Ihren Inspirationen segelten Sie in immer fernere Länder und erforschte Meere, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hatte.

Eine neue Liebe entflammt

Die Jahre zogen dahin und es schien, als konnte ihr Glück durch nichts getrübt werden. Doch von Tag zu Tag stellte Elizabeth „user“ Swan schleichende Veränderungen bei Jack Googlow fest. Er wurde misstrauischer und hatte ständig das Gefühl, jemand könnte mehr wissen als er. Mit seiner steigenden Erfahrung wurde er stetig engstirniger. Immer seltener befragte er die Reisenden, welche Strecke sie lieber fahren möchten. Im Gegenteil: er begann die Passagiere auszuhorchen und in ihrem Leben zu spionieren. Nachts schlich er in die Kabinen und durchsuchte ihre Tagebücher und Fotoalben.

Während Jack Googlow damit beschäftigt war, immer neue Wege der Spionage zu finden, erregte ein junger Student namens Mark Zuckbossa die Aufmerksamkeit der hübschen Elizabeth „User“ Swan. Er trug ein kleines Medaillon um den Hals, welches sie an ihre Vergangenheit erinnerte. Als Elizabeth ihren Mut zusammen nahm und Mark auf das Kunstwerk ansprach, erklärte er, dies sei ein „Like-Button“. Vor vielen Jahren hatte er dieses Medaillon von dem alten Schmied Saverinos erhalten. Er hattes es ihm überreicht, mit den Worten: „der Like-Button ist der Schlüssel zum sagenumwobenen „Buch der Gesichter“ – es ermöglicht dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen“.

The Pirates of Social Media

The Pirates of Social Media

Elizabeth „User“ Swan war hingerissen vom jungen Zuckbossa und seinem „Like-Button“, der sich so verführerisch um seinen Hals schlängelte. So dauerte es nicht lange und auch die Reisenden erlagen der Magie von Zuckbossa. Eines Nachts hatten Sie genug vom arroganten Jack Googlow und meuterten das Schiff. Mark Zuckbossa wurde zum Capitain erklärt und Jack Googlow auf der kleinen Insel „Search Island“ ausgesetzt.

Unter dem frenetischen Jubel der Reisenden vermählten sich Elizabeth und Mark. In der Hochzeitsnacht legte Mark zärtlich seinen „Like-Button“ um Elizabeths Hals und das Meer raunte ein lautes “Gefällt mir”.

So segelten sie glücklich über die Meere …..

Doch Halt!

Was war mit Jack Googlow geschehen?

Er hatte die Einsamkeit von „Search Island“ genutzt, um tiefe Reue zu empfinden. In der Gewissheit, Elizabeth immer zu lieben, baute er sich erneut eine kleine Schaluppe. Wie damals, als alles begann. Tief in den Wäldern von Palo Alto suchte er nach dem Schmied Saverinos, der zu jener Zeit Mark den legendären „Like-Button” überreicht hat. In einem kleinen Dorf fand er ihn. Verarmt und einsam. Saverinos empfand tiefen Groll gegenüber Mark Zuckbossa, denn dieser hatte ihn nicht an Ruhm und Ehre teilhaben lassen. So schlossen Saverinos und Googlow einen Pakt. Mit dem „PlusOne“-Bündnis wollten Sie die Macht von Zuckbossa brechen und Elizabeths Liebe für Googlow erneut entflammen. Saverinos schmiedete den „+1“-Button als magisches Amulett für Googlow.

Und so zog der geläuterte Jack Googlow mit seiner Schaluppe hinaus in die Meere, um das Herz von Elizabeth „User“ Swan zurück zu erobern!

Wer bei klaren Wetter in die Weite der Ozeane blickt, der kann Elizabeth entdecken. Sie steht an der Reling des Schiffes und blickt traurig hinaus aufs Meer. Denn sie fürchtet, dass auch Mark Zuckbossa nicht mit seiner neu gewonnenen Macht umgehen kann.

… und wer ganz genau hinschaut, der kann den “Like-Button” schlaff um Elizabeths schönen Hals hängen sehen.

to be continued …

(Diese Geschichte wurde überliefert von unzähligen Usern, die den weiten Weg durch virtuelle Welten gemacht haben. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder bekannten Portalen sind rein zufällig und eventuell gewollt.)

Illustrationen: Stefan Niemeyer, ncm.at,
teilweise mit Bestandteilen von istockphoto.com

 

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