“Read more”-Funktion und Google

Abstrafung als Hidden Content?

In den grauen Vorzeiten der Suchmaschinenoptimierung – also in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – versuchten Spammer, Google mit so genanntem Hidden Content auszutricksen. Es wurden Suchbegriffe, die zwar ein hohes Suchvolumen, mit den Inhalten der Website jedoch nichts zu tun haben, in die Seiten eingebaut. Durch weiße Schrift auf weißem Hintergrund wurde erreicht, dass die Keywords für Suchmaschinen lesbar waren, nicht jedoch für den Besucher.

Natürlich haben Google und die anderen Suchmaschinen schnell dazu gelernt. Heutzutage funktioniert diese Methode nicht mehr – im Gegenteil, hidden content kann zu einer Abstrafung führen Im schlimmsten Fall verschwindet der ganze Internet-Auftritt für ein paar Wochen aus dem Google Index. Vor ein paar Jahren ist das z.B. einem namhaften Autohersteller passiert. Daher wird diese Methode der selben Schrift- und Hintergrundfarbe heute kaum mehr angewandt.

“Read more”-Funktion

Da suchmaschinenoptimierte Texte mit 250 – 350 Wörtern die Auffindbarkeit in den Suchmaschinen erheblich verbessern, wurde in letzter Zeit in vielen Webseiten die “read more”-Funktion eingebaut. D.h. ich sehe beim ersten Öffnen der Seite nur einen Teil des Textes – in den meisten Fällen so viel, dass ich noch nicht nach unten scrollen muss. Beim Anklicken von “Lesen Sie mehr…” öffnet sich der Rest des Textes.

Jetzt ist natürlich der Gedanke nicht abwegig, dass dieser design-technische Eingriff von Google genauso empfunden wird wie die weiße Schrift auf weißem Hintergrund, eben als Hidden Content. Der Chef des Anti-Spam Teams von Google – Matt Cutts – hat sich dazu folgendermaßen geäußert:

 



 

Die “Read more”-Funktion kann also als Hidden Content eingestuft werden, wenn der primäre Text extrem kurz oder nicht existent ist, und sich beim Anklicken auf “Lesen Sie mehr…” dann ein extrem langer Text öffnet – acht Seiten oder mehr. Im schlimmsten Fall sind dann noch alle erdenklichen Suchbegriffe in diesen Text hinein gestopft.

Wenn also der zuerst zu sehende Text und der geöffnete in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen, wird die Verwendung der “Read more”-Funktion nicht als Hidden Content abgestraft. Die Länge des gesamten Textes, der nach dem Öffnen sichtbar ist, sollte auf jeden Fall einer durchschnittlichen Webseite entsprechen, also nicht mehr als ca. 350 Wörter enthalten.

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