ncm auf dem Deutschen Perl-Workshop in Frankfurt

Heute einmal ganz was anderes: Ich war  letzte  Woche auf dem Deutschen Perl-Workshop in Frankfurt um 2 Vorträge über Cloud Computing zu halten.

Im Vergleich zur OSCON und anderen Konferenzen in den USA werden die Konferenzen in Deutschland zum großen Teil von der Hochschülerschaft getragen. Dementsprechend haben die Beiträge und Präsentationen hier einen anderen Schwerpunkt. Noch stärker fällt einem der Unterschied bei Themen wie dem Datenschutz Sicherheit usw. Hier wird in Deutschland viel stärker überlegt, bevor man eine Technologie einsetzt, wie sich diese auf die Datensicherheit und den Datenschutz auswirken. Gerade bei Cloud Computing sind die Entwickler aus dem DACH Raum sehr vorsichtig.

PaaS

Als vor etwa 4 Jahren die Google Apps-Plattform präsentiert wurde, auf der Entwickler ihre eigenen Applikation auf Basis der Google Technologien entwickeln konnten, entstand ein regelrechter Hype ums Cloud Computing. Zum ersten Mal war für jedermann eine Technologie verfügbar, die bis vor ein paar Jahren noch erhebliche Investitionen in Infrastruktur und Entwicklungsaufwand bedeutet hätte. Doch der Hype versandete. Die Entwickler merkten, dass die Technologie doch nicht so einfach zu lernen war. Die Möglichkeiten waren zu eingeschränkt und es dauerte zu lange, sinnvolle Applikationen zu entwickeln. Google hat in den letzten 3 Jahren auch nicht viel getan, um diesen Zustand zu verbessern. Dafür nutzten andere Anbieter die Zeit und zogen nach. Mittlerweile gibt es in den USA etwa ein Dutzend größere Anbieter, die es Entwicklern ermöglichen, Applikation wie bisher zu entwickeln ohne viel umdenken zu müssen.

CloudFoundry

Einer diese Anbieter heißt ActiveState, auf dessen Entwicklungstools die ncm schon seit über 10 Jahren setzt. ActiveState schickt auf Basis von VMware’s Open Source CloudFoundry Plattform ein eigenes Produkt ins Rennen namens Stackato. Es erweitert CloudFoundry um Werkzeuge, die einem den Aufbau einer privaten Cloud Computing Plattform erleichtern. Somit wird es für Anbieter in Europa ohne größeren Aufwand möglich, eigene Cloud Computing Dienste anzubieten und trotzdem den EU-Datenschutzrichtlinien zu entsprechen. Selbst Unternehmen mit eigenen Infrastrukturen, können es sich leisten, interne Cloud Plattformen zu betreiben. Für Entwickler von Applikationen birgt dies viele Vorteile wie z.B. die sofortige Verfügbarkeit der benötigten Infrastruktur oder auch die nicht mehr notwendige Konfiguration der einzelnen Services (Datenbank, Caching, Webserver). Die Plattform selbst verwaltet diese Services.

Ich konnte mit meinem Vortrag über Cloud Computing vielen Teilnehmern die Skepsis gegenüber dieser Technologie nehmen. Auch die intensive QA-Session nach dem Vortrag hat sicher dazu beigetragen, dass einige Entwickler bald anfangen werden, die Technologie selbst auszuprobieren.

Ich freu mich schon auf die Konferenz im nächsten Jahr – hoffentlich auch wieder mit spannenden Themen und Neuerungen.