Mobile Trends auf der ITB 2012

Letztes Jahr hatten wir noch von vertanen Chancen der ITB und deren Aussteller im mobilen Bereich geschrieben, dieses Jahr haben sie sich wohl unseren Artikel zu Herzen genommen und mit der Umsetzung begonnen.

QR Code am Stand von Polen

Vor allem QR Codes scheinen es der Branche angetan zu haben. Läuft man über die Messe, sieht man diese kleinen, quadratischen, schwarz-weiss Grafiken überall. Egal ob extrem groß in das Design des Standes integriert oder aber klein auf einem Plakat. Die Codes werden dazu verwendet, dem Nutzer das lästige Herumtragen von Prospekten abzunehmen. Die PDF Datei wird direkt aufs Handy gespeichert. Es wird allerdings auch auf die eigene Webpräsenz hingewiesen, um die dort zugänglichen Informationen abzurufen.

Hier hört allerdings die Innovationskraft der Branche schlagartig auf.

QR Code zum Prospektdownload

Scant man den QR Code mit dem Handy ein, landet man zuweilen auf Flash-Seiten, normalen Seiten, die zur Ansicht auf einen Desktop-Rechner optimiert wurden oder auf Dateien, die nicht jedes mobile Gerät öffnen kann. Bei einigen Tests war es mir so leider nicht möglich, die angepriesenen Informationen über das iPhone zu finden.

An diesem Punkt muss also noch einmal nachgearbeitet werden:
Wenn man einen QR Code einsetzt, sollte er auf eine Seite weiterleiten, die für mobile Geräte optimiert ist, denn nur mit diesen Geräten nutzt man die Codes. Die angekündigten Informationen sollten auf den ersten Blick schnell und einfach zu finden sein und ein Format besitzen, das von jedem Gerät gelesen werden kann.

Check-In Dienste wie Foursquare haben ebenfalls eine größere Bekanntheit erlangt. Jeder Stand hatte seinen eigenen Eintrag im lokalen Social Network. Aber auch hier hört die Innovationskraft wieder auf. Es wurden keine Logos, Bilder und weitere Informationen zur Verfügung gestellt. Der Bürgermeister bekam nicht mal ein virtuelles Schulterklopfen oder eine sonstige Art des Dankes. Die Möglichkeiten der Dienste wurden schlichtweg nicht genutzt.

Die einzige gute Anwendung war ein Getränkeautomat, der nach einem erfolgreichen Check-In eine Flasche Wasser spendiert hat.

Wirkliche mobile Trends sind mir ansonsten nicht untergekommen. Man sieht zwar, dass sich die Branche bemüht, neue Techniken einzusetzen, allerdings mangelt es noch an der Umsetzung – vielleicht wird es nächstes Jahr besser.

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