Google Squared – Super! Super?

Gerne möchte ich zur Diskussion zu dem neuen Google-Tool Google Squared Stellung nehmen, die Blogger wie Tourismuszukunft – hier gibt’s übrigens auch ein YouTube-Video zur Funktionsweise von Google Squared – und Reinhard Lanner von WorkersontheField schon eröffnet haben.

 

Die neue Suchfunktion von Google, die Hotels einer Stadt oder Region in einer Liste vergleicht, basiert auf der Idee eines Produktvergleichs. Auf Twitter ist eine heftige Diskussion über die Vor- und Nachteile dieses Tools entbrannt.

Die Wortmeldungen finden Sie mit dem Hashtag => #gstour

Meine bescheidene Meinung: Google Squared ist an sich eine schöne Sache, doch ich frage mich: Sollten unsere Anstrengungen im Tourismus nicht eher in die Richtung gehen, unvergleichbar zu sein? In meinen Augen haben alle Modelle, die die Vergleichbarkeit von (vermeintlich) ähnlichen Leistungen gefördert haben, in einer bitterbösen Sackgasse geendet. Man denke nur an die Rabattschlacht bei Flügen oder den konstanten Fall der Preise in der Stadthotellerie. Wollen wir nun tatsächlich dazu beitragen, dass ein ähnliches Phänomen auch in der Ferienhotellerie um sich greift, indem wir rausfinden, wie wir Google Squared Listen aktiv befüllen?

Das von mir promotete „Lieblingsgastprinzip“ ist der klare Gegenentwurf zu einem Gast, der in einer Excel-ähnlichen Liste abliest, wo er am wenigsten Geld für die meiste Leistung bezahlen muss. Diese Schnäppchentouristen sind wunderbar, wenn man Buchungslücken schließen will – aber wer will schon ausschließlich von preissensiblen Gästen leben? Statt eine Preisvergleichsmaschine zu befüttern, halte ich es für die bessere und vor allem nachhaltigere Vermarktungsstrategie, Unique Selling Points zu schaffen und diese via Internet an die sogenannten „Lieblingsgäste“ zu kommunizieren.

Google squared

Jetzt redet er wieder nur für sein Geschäft, der Mrazek, gell? Aber ganz ehrlich: Ist der Tourismuszukunft – ähm der Zukunft des Tourismus – damit gedient, dass man der Individualität unserer Hotellerie und Destinationen mit Excel-Listen ein Grab gräbt? Was kommt dann als nächstes? Eröffnen wir in Google Squared noch eine zusätzliche Vergleichsspalte, in der die Anzahl der Frühstückssemmeln und die Inhaltsmenge der Marmeladetegel verglichen werden? Oder wie wäre es mit einer Spalte, in der angezeigt wird, ob man vom Frühstücksbuffet die Jause für den Skitag ungestraft einpacken darf, damit man nur ja keinen Einkehrschwung machen muss?

Ich wüsste gerne Ihre Meinung: Diskutieren Sie mit, ob hier im Blog oder auf Twitter. Und lassen Sie uns gemeinsam auf Ideen kommen, die uns hoffentlich noch lange vor Excel-Listen-Ferientourismus bewahrt. Ich freue mich auf Ihre Wortmeldungen!

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