Blick über die Grenzen und aufs Ganze

Integration, Expansion, Wirtschaft

Den Anfang machte am Nachmittag Staatssekretär Sebastian Kurz, von dem sich viele der Anwesenden zum ersten Mal, nach der starken medialen Präsenz, in persona ein Bild machen konnten. Vom Ausgangspunkt der Gründung des Staatssekretariats bis zu den aktuellen Maßnahmen gab er einen Einblick in seine Arbeit und seinen Werdegang.

Weiter ging der Blick über den Tellerrand beim Gespräch mit drei erfolgreichen Vertretern der „Expansions-Politik“. Dieter Müller (Motel One GmbH), Manfred Mayer (ARCOTELS) und Florian Weitzer (Weitzer Hotels) sprachen mit Ronald Barazon über die Vorteile und Probleme beim Betreiben mehrerer Hotels. Nachdem die drei unterschiedlichen Konzepte vorgestellt wurden, begann die Fragerunde zu den Themen Innovation und Verlustangst. Interessant wurde es besonders bei dem Thema der Qualitäts-Segmentierung. Wien kannibalisiere sich zum Beispiel im 4-Stern-Bereich. Und das, obwohl sich mit innovativen Ideen neue Nischen erschließen lassen würden. Hinter einem guten Hotel müsse immer ein eigenständiges Konzept stecken, um nicht austauschbar zu sein.

Vor der Kaffeepause bot sich noch ein interessanter Blick auf die derzeitige Südtiroler Situation: Dort machen neue Regelungen der Monti-Regierung den Hoteliers zunehmend zu schaffen. So sei zum Beispiel die Grundsteuer bereits auf das doppelte gestiegen und werden 2013 weiter steigen auf das Fünffache. Auch würden besonders reiche Urlauber durch Bargeld-Obergrenzen und Kontrollen sehr wahrscheinlich ins nördliche Tirol oder in andere Urlaubsregionen getrieben.

Der Ausweg aus der Krise?

Am Schluss des Tages standen die Impulsvorträge und anschließende Podiumsdiskussion rund um die Themen Sparpakete und Eurorettung. Mag. Dr. Stephan Schulmeister zog, als erster Redner, aus den sich geschichtlich wiederholenden Tatsachen die Schlüsse für die aktuelle Krise. Sein Fazit: Wir stehen am Anfang einer längeren, langsamen Depression. Vorbei ist die Krise noch auf keinen Fall.

Mag. Christian Felber stellte, nach treffender Analyse seines Vorredners und vom Ausgangspunkt des gescheiterten Kapitalismus ausgehend, seine alternative Wirtschaftsform vor, die im Wertewandel hin zu Nachhaltigkeit und Lebenserfüllung wurzelt.

Reibeflächen mit Christian Ortner, der als dritter Protagonist die Bühne betrat, waren reichlich gegeben. Eckpunkte und Ziele waren zwar bei allen drei die gleichen, jedoch gingen die Meinungen über das „wie“ weitgehend auseinander. Wichtigster Punkt der Übereinstimmung und ein kleiner Schritt raus aus der Krise war allerdings, eine überarbeitete Bankenregulierung einzusetzen, die absolut notwendig sei, um spekulative Geschäfte mit den Schulden anderer Staaten einzudämmen.